Sie haben auch kaum Zeit für das wirklich Wichtige? Ihr Kalender (über)füllt sich auch laufend? Wichtige Führungsthemen bleiben bei Ihnen auf der Strecke? Wir zeigen die drei Handlungsfelder, welche Ihnen mehr Zeit für wirksame Führung geben.

Wie oft hören wir von Unternehmern und Führungskräften, dass sie einfach viel zu wenig Zeit haben. Zu wenig Zeit für das wirklich Wichtige. Aber wofür denn sind Sie da? Sie sind genau für die wichtigen Entscheidungen und Themen im Unternehmen da. Sie verantworten die Unternehmensentwicklung und das Geschäftsergebnis.

Wenn Sie die nachstehenden drei Handlungs­felder konsequent umsetzen, werden Sie erstaunt sein, wie viel Zeit Sie haben werden – für das wirklich Wichtige.

1. Ausmisten – nur noch Meetings mit hohem Nutzen im Kalender

Sie kennen das: Ihre Sitzungen und Termine überladen Ihren Kalender. Alle wollen etwas von Ihnen, haben für sie wichtige Themen zu besprechen. Klar, Kalendereinträgen sieht man den tatsächlichen Nutzen und die Wichtigkeit nur selten direkt an. Genau das müssen Sie aber herausfinden.

Wie gingen Sie bisher damit um? Wir sehen in unserer täglichen Praxis, dass Führungskräfte, die ihre Kalendereinladungen nach dem tatsächlichen Nutzen und der Wichtigkeit konsequent aussortieren, weitaus wirkungs­voller führen. Weil sie eben auch ausreichend Zeit für das Wesentliche haben, seien es operative oder strategische Themen.

2. Fokussieren – Entschei­dungen traktan­dieren, nicht Diskussionen

Wenn wir uns mit Unternehmern und Führungskräften über Entscheidungsprozesse und Entscheidungsfindung unterhalten, hören wir zunächst oft, dass dies doch sowieso funktioniert. Zunächst noch ganz selbstsicher, heisst es dann vielfach: „Für was denn sonst ist die Geschäftsleitung denn da?!“ Aber eben: Nur weil es so sein sollte, ist es noch längst nicht so.

Darum traktandieren Sie fortan für Ihre Führungsmeetings keine Diskussionen mehr, sondern nur noch Entscheidungen. Wichtig ist, dass jeder Agendapunkt gut vorbereitet wird. Und lassen Sie keine Entscheidung zu ohne mindestens drei echte Wahlmöglichkeiten.

Sie werden damit Diskussionen auf ein Minimum reduzieren können. Und wenn, werden Sie nur noch zur letzten Klärung und Entscheidungsfindung diskutieren. Dann endlich: Ihr Führungsgremium wird zum schlagkräftigen Entscheidungsgremium.

3. Separieren – Strategiearbeit und Operatives konsequent trennen

Wie oft haben Sie es schon erlebt, dass man von strategischen Diskussionspunkten in operative Themen abgedriftet ist? Und das Gleiche auch umgekehrt. Nur dies kann nicht funktionieren! Denn das Tagesgeschäft und die Strategiearbeit erfordern komplett unterschiedliche Denk- und Verhaltensweisen.

Trennen Sie darum stets Operatives von Strategischem. Dies macht Ihre Geschäfts­leitung effizienter und vor allem deutlich effektiver. Damit verbunden sind aber fast immer grössere Veränderung in der Art und Weise wie die Geschäftsleitung agiert.

Nur mit starkem Willen und viel Disziplin werden Sie dies erreichen. Dafür werden Sie belohnt: Durch die klare Fokussierung wird Ihre operative Unternehmensführung erheblich verbessert. Und Ihre Strategiearbeit wird (noch) wirksamer und kann die gewünschten Erfolge bringen.

„Führungskräfte müssen Ihre Mitarbeitenden führen – und vor allem eben auch sich selbst und die eigene Zeiteinteilung.“

Reflektieren Sie – und hören Sie auf, Ihre kostbare Zeit zu verschwenden!

Wie erleben Sie das Thema Zeit und Zeitverschwendung? Was klappt bei Ihnen besonders gut? Wo liegen Ihre persönlichen Herausforderungen?

Reflektieren Sie dies in einer ruhigen Minute. Und wenn Sie eben keine ruhige Minute finden können, dann umso wichtiger, dass Sie handeln. Führungskräfte müssen Ihre Mitarbeitenden führen – und vor allem eben auch sich selbst und die eigene Zeiteinteilung.

Packen Sie die drei Elemente beherzt an und bleiben Sie konsequent dran. TUN Sie es – und beginnen Sie gleich jetzt damit!

Quelle: Artikel auch erschienen auf it-markt.ch

2 Kommentare

  1. Vielen Dank, Raphael, für den, einmal mehr, inspirierenden Blogeintrag.

    Ggf. bei Interesse: Im Rahmen von „Philosophie & Management“ an der Universität Luzern haben wir uns intensiv mit „Zeit“ auseinandergesetzt. Was ist Zeit (physikalisches Phänomen, ausschliesslich geistige Wahrnehmung? etc.) und welche Relevanz hat sie für unseren Arbeitsalltag. Dabei ist mir v.a. ein Aufsatz von Hartmut Rosa hängen geblieben (Interviewlink: https://www.zeit.de/2010/01/Interview-Rosa). Er meint, wenn ich ihn richtig verstanden habe, dass wir in einem Beschleunigungskreis sitzen: Die technologischen Möglichkeiten treiben diesen an. Zudem auch die sozialen Möglichkeiten (Arbeitgeberwechsel jederzeit möglich, globale Vernetzung etc.). Insgesamt können wir mehr in weniger Zeit erleben. Und wollen das – angesichts unserer Endlichkeit – auch. Quantität vor Qualität. Aber: Wäre nicht Qualität vor Quantität anzustreben (wie du das mit den drei Tipps auch anzeigst)?

    Aus meiner Sicht eine mögliche Implikation für den Managementalltag: Profit ist, gerade im freien Markt, die Unternehmensmaxime. In der Spanne zwischen notwendigem Profit und maximalem Profit: Welche Rolle spielt hier die Zufriedenheit (definiert als Zustand, in dem es gerade passt. Nicht mehr muss dazu, nichts darf wegfallen)?

    Viele Grüsse und auf bald.

    Patrick

    1. Herzlichen Dank für deinen wertvollen Kommentar, Patrick!

      Ja, das Phänomen Zeit ist superspannend! Wir haben immer zu wenig – oder eben doch eigentlich sehr viel. Alles auch eine Frage der persönlichen Wahrnehmung, der Einstellung, dem Mindset. Und die Digitalisierung und Beschleunigung, unsere VUCA-Welt, macht alles noch zusätzlich anspruchsvoller. Da sind wir alle stark gefordert, unsere eigene Balance zwischen Quantität und Qualität immer wieder zu justieren und zu finden.

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