Führen und auch loslassen können – in 3 Schritten geht’s

Kaum etwas ist wichtiger, als loslassen zu können – in der Führung wie im Leben. Nur aber ist kaum etwas schwieriger, als loszu­lassen. Wir zeigen Ihnen aus unserer Coaching­praxis, weshalb das so ist und wie Sie es in drei Schritten umsetzen.

Es ist paradox: Loslassen, was einem früher mal so wichtig war? Echt jetzt? Wirklich? Wie soll das gehen? Sehr viele tun sich damit schwer: negative Gefühle, geschäftliche Sorgen, zwischen­menschliche Probleme und vieles mehr.

Warum halten wir daran fest, was uns nicht guttut?

Unser Gehirn versucht eben genau das, was wir nicht wollen. Es hält an Schmerz­haftem fest und wiederholt es endlos, um in den Gedanken und Gefühlen eine Lösung zu finden. Für das ist das Gehirn nun mal da. Unser Gehirn hat keine „Delete“-Taste. Es funktioniert eben nicht auf Knopf­druck.

Nur aber gibt es für vieles in unserem Leben keine einfachen Lösungen. Weil es komplex ist. Und so drehen sich unsere Gedanken und Gefühle in der Endlos­schleife.

Was passiert, wenn wir nicht loslassen?

Wenn Sie nicht loslassen und damit in einer Situation verharren, schaden Sie sich, Ihrem Umfeld und Ihrem Unternehmen. Und vor allem schaden Sie Ihrer Gesund­heit immens – unser höchstes Gut. Sie werden immer weniger leistungs­fähig, immer öfter müde, fühlen sich ausge­laugt, reagieren gereizt.

Loslassen ist nicht aufgeben, sondern sein lassen!

Für viele Unternehmer und Führungs­kräfte ist Loslassen so schwierig, weil die meinen, es habe etwas mit Aufgeben zu tun, mit eigenem Versagen. Faktisch aber ist es genau umgekehrt: Wenn etwas gescheitert ist, aussichtslos ist, schaden Sie sich immer mehr, wenn Sie daran festhalten. Und hier die Notbremse zu ziehen, zeigt wahre Grösse.

Für viele ist das Loslassen vor allem so schwierig, weil sie eine falsche Vorstellung davon haben. Loslassen ist nichts Aktives. Sie müssen nichts aktiv tun. Loslassen funktioniert de facto passiv. Loslassen ist, Dinge sein zu lassen, wie sie sind.

Loslassen heisst nicht krampfhaft festhalten, sondern sich lösen. Die Finger lösen, die so verkrampft etwas festge­halten haben. Sich dem Flow hingeben, sich dem Fluss und seinem Leben hingeben. „Sein-lassen“ anstatt „los-lassen“ ergibt eine ganze neue Perspektive auf die Umstände und das Leben.

„Es ist, wie es ist. Aber es wird, was Sie daraus machen!“

Loslassen – sein lassen in 3 Schritten umsetzen und trainieren

Seinlassen ist eine rein mentale Sache. Wir entscheiden uns, unseren Blick weg von den belastenden Enttäuschungen, Kränkungen, Ängsten und Ärger nach vorne zu richten. Wir passen uns damit an Situationen an und akzeptieren, wie es ist. In unseren Führungs­coachings wird das Seinlassen in drei Schritten umgesetzt und trainiert.

1. Perspektivenwechsel – das grosse Ganze betrachten

Führen Sie sich vor Augen, welche negativen Auswirkungen das Festhalten auf Sie, Ihr Umfeld und Ihr Unternehmen hat – auf Ihre Gesund­heit, Ihre Lebens­qualität, Ihre Lebens­freude. Führen Sie sich vor Augen, wovor Sie tatsächlich Angst haben, es sein zu lassen. Was ist der wahre Grund? Was steckt dahinter?

Denken Sie darüber nach, welche positiven Auswirkungen das Seinlassen haben könnte. Was können Sie gewinnen? Wie schön könnte es werden?

2. Lösungen finden

Treten Sie bewusst einen Schritt zurück. Betrachten Sie Situation von aussen, mit klarem Blick das grosse Ganze im Fokus. Fragen Sie sich: Wie ist es möglich, die Gedanken und Gefühle zu verändern? Womit? Welche Lösungsansätze und Optionen gibt es? Wie sehen diese genau aus?

3. Lernen, Mut zu haben – und es tun

Oft fühlt man sich beim Seinlassen zunächst schlecht. Das ist normal und menschlich. Sie lösen sich von etwas, von dem Sie bisher glaubten, dass Sie es unbedingt tun müssen oder zwingend benötigen. Es entsteht eine Lücke, die aber ja genau notwendig ist, um zu gestalten und zu gewinnen: Freiheit, Lebensfreude, Energie und vieles mehr. Nach unseren Führungs­coachings hören wir sehr oft: „Das hätte ich schon viel früher tun sollen“. Das lernt einen, Mut zu haben – und es zu TUN.

Wie gehen Sie mit dem Loslassen um? Wo wollen Sie weiter­kommen? Was wollen Sie erreichen?

Quelle: Artikel auch erschienen auf it-markt.ch, Bild: asier_relampagoestudio/freepik

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