Zu wenig Zeit für Führung: die fatalste aller Ausreden!

In vielen Unternehmen wird zu wenig Zeit für die Führungs­arbeit aufgewendet. Zeit ist unser knappstes Gut. Das aber als Ausrede zu verwenden, ist fatal. Wir ordnen das Thema Zeit ein und zeigen Ihnen aus unserer Coaching-Praxis, wie Sie dies angehen können.

In unseren Führungs­coachings hören wir beinahe täglich von Führungs­kräften, dass man einfach nicht mehr Zeit habe für die Führung der Mitarbei­tenden und des Unternehmens. «Ich habe derart viel zu tun – ich habe einfach nicht mehr Zeit», heisst es dann. Das wird teilweise gar mit einem helden­haften Unterton gesagt: Man ist eben der, der schon unglaub­lich viel und hart arbeitet.

Die Top-7-Ausreden, nicht mehr Zeit für die Führungs­arbeit aufzu­wenden

  1. «Neben dem Tagesgeschäft bleibt kaum Zeit.»
  2. «Das ist nicht notwendig – das Tagesgeschäft läuft ja.»
  3. «Meine Mitarbeitenden können schon gut arbeiten.»
  4. «Das haben wir schon immer so gemacht.»
  5. «Mein Vorgesetzter möchte das nicht.»
  6. «Ich führe bereits sehr gut.»
  7. «Keine Zeit.»

«Ausreden sind die Lieblings­speisen des inneren Schweine­hunds.»

Das bedeutet es wirklich, keine Zeit zu haben

Aus unserer Erfahrung sagt der Grossteil der Führungs­kräfte, dass ihnen Zeit zur Mitarbeiter­führung fehle. Sie würden sich gerne mehr um ihre Mitarbei­tenden kümmern, Schaut man genauer hin, ist das Argument des Zeit­mangels eine Ausrede. Wir haben alle gleich viel Zeit. Die einen schaffen es nicht, alles zu erledigen, andere wiederum schon. Die Frage ist, wie Sie mit der Zeit umgehen, wofür und wie man diese nutzt. Die Nutzung der Zeit ist eine reine Frage der Prioritäten­setzung.

Wird nicht ausreichend Zeit für die Führung aufgewendet, ist dies eine aktive Entscheidung gegen die Haupt­aufgabe einer Führungs­kraft. Sie haben sich bewusst entschieden, Ihre Zeit für andere Aufgaben einzusetzen. Klar ist, dass die aktive Entscheidung gegen das Tages­geschäft und für die Mitarbeiter­führung nicht einfach ist. Es gibt Erwartungs­haltungen, Angewohn­heiten und ab und zu kommt die Verlockung, etwas selbst erledigen zu wollen. Da ist dann umso mehr eine starke Selbst­führung gefragt.

Das kostet es, zu wenig Zeit für die Führung aufzuwenden

Was zu wenig Zeit für die Führung kostet, könnte endlos aufgelistet werden. Hier die Top 13 aus der Praxis:

  1. Zusammenarbeit zwischen den Teams ist schwierig
  2. Mitarbeiterzufriedenheit ist nur mässig
  3. Absenzenquote ist zu hoch
  4. Mitarbeiterfluktuation ist zu hoch
  5. Organisation agiert nicht flexibel
  6. Produktivität der Mitarbeitenden ist zu tief
  7. Personalkosten sind zu hoch
  8. Im Tagesgeschäft kommen viele Probleme auf
  9. Kundenzufriedenheit ist nur mässig
  10. Kundenbindung ist nur mässig
  11. Neukundengewinnung ist schwierig
  12. Mitarbeiterrekrutierung ist schwierig
  13. Der wirtschaftliche Erfolg ist nur mässig, nicht zufrieden­stellend

Die 3 Ursachen, warum Führungs­kräfte ihre Führungs­verantwortung nicht wahr­nehmen

Zu wenig 4M (man muss Menschen mögen)

Nicht jeder mag es, sich täglich mit den Befind­lich­keiten anderer aus­einander zu setzen. Das ganze «Gspürsch mi, fühlsch mi» (Spürst du mich, fühlst du mich) ist vielen schnell mal zu viel. Und damit ist einfach zu wenig echtes Interesse da, Menschen zu führen. Deshalb bearbeiten Sie Aufträge, anstatt Ihre Mitarbei­tenden aktiv zu führen.

Zu viel Angst

Wir sehen immer wieder Führungs­kräfte, die sich die Führungs­arbeit schlicht nicht zutrauen – zu heikle Themen, schwierige Gespräche, Angst vor Reaktionen. Sie haben Angst, Fehler zu machen. Weil Sie zu wenig Führungs­kompetenzen und Führungs­erfahrung haben.

Zu wenig Leaderqualitäten

Es ist menschlich, dass man sich dahin gezogen fühlt, wo man stark ist. Man tut gerne, was man gut kann. Wer stärker im Fachlichen als in der Führung ist, wird natürlich den Reflex haben, ins Tages­geschäft einzutauchen, statt die Mitarbeitenden zu führen. Denn nicht jeder will als echter L-E-A-D-E-R führen: leiden­schaftlich, entschieden, ausdauernd, durchsetzungs­fähig, empathisch, reflektiert.

Starten Sie die Führungs­entwicklung mit der Ursachen­klärung

Wenn Sie die Ursachen kennen, können Sie diese angehen. Definieren Sie für sich und Ihr Unternehmen, wie Sie vorgehen wollen. Die Ursachen erkannt und benannt kann in der Führungs­entwicklung viel erreicht werden.

«Gewinner akzeptieren keine Ausreden – Gewinner entscheiden und packen es an.»

Wie viel Zeit nehmen Sie und Ihre Führungs­kräfte sich für die Führungs­arbeit? Was sind Ihre grössten Heraus­forde­rungen? Wo wollen und müssen Sie sich weiter­entwickeln?

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Quelle: Artikel auch erschienen auf it-markt.ch, Bild: freepik/freepik

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