Fauler-Apfel-Effekt – schwierige Mitarbeitende erfolgreich führen

Stellen Sie sich vor, eine einzelne Person unter den Mitarbei­tenden vergiftet das gesamte Betriebs­klima. Die Äpfel im Korb beginnen zu faulen. Toxische Mitarbei­tende wirken als unsicht­barer, zerstörerischer Faktor. Ich zeige Ihnen aus meiner Praxis als Führungs­coach, wie Sie «faule Äpfel» erkennen und erfolgreich führen.

Ein übliches Meeting: Das Team bespricht die neue Arbeits­woche. Doch die Stimmung ist spürbar gedrückt. Ein Kollege äussert sich sarkastisch und verschränkt die Arme. Die Energie im Raum sinkt rapide. Die anderen Mitarbei­tenden reagieren defensiv und ziehen sich zurück. Der «faule Apfel» steckt alle an, lähmt und blockiert die Motiva­tion und Leistung des gesamten Teams.

Warum der Faule-Apfel-Effekt so zerstörerisch ist

Negativität ist ansteckend. Die Mitarbeiter­zufrieden­heit nimmt ab. Die offenen oder verdeckten Konflikte nehmen zu. Sinkende Leistung und Produktivität gefährden den Geschäfts­erfolg.

So erkennen Sie «faule Äpfel» in Ihrem Team

Bis Sie die «faulen Äpfel» in Ihrem Team eindeutig identifiziert haben, kann es einige Zeit dauern. Vermeiden Sie vorschnelle Schlüsse und die Gefahr der selbst­erfüllenden Prophezeiung – das zu sehen, was man ohnehin erwartet hat. Umso genauer sollten Sie hinschauen, denn «faule Äpfel» zeigen sich in vielen Facetten.

Passiv-toxisches Verhalten (stiller, indirekter Schaden)

  • Unmotiviert, träge, Aufgaben werden nur wider­willig oder unzu­reichend erledigt
  • Subtil demotivierend, unterschwellig Stimmung und Motivation blockieren, lästern
  • Verantwortung verweigern oder auf andere abwälzen
  • Unkooperatives, passives Verhalten, zu wenig zum Teamziel beitragend
  • Leistungsschwach, Erwartungen werden nur unzu­reichend erfüllt

Aktiv-toxisches Verhalten

  • Sarkastisch, spöttisch, provozierend
  • Destruktiv kritisierend, negativ reden, Verände­rungen grund­sätzlich ablehnen
  • Manipulierend, egoistisches Verhalten, andere ausnutzen oder kontrollieren
  • Wissen zurückhalten, Unter­stützung verweigern, Entscheidungen verzögern
  • Unternehmenswerte und Team­regeln bewusst missachten oder Führung nicht akzeptieren

Keine Ausnahmen – auch nicht bei Highperformern

«Leistung ist kein Frei­fahrt­schein für Fehl­verhalten.»

Eine oft besonders grosse mentale Hürde ist es für Führungs­kräfte, wenn der «faule Apfel» ein High­performer ist. «Die Person macht sonst einen sehr guten Job», heisst es dann oft. Aber genau deshalb ist es umso wichtiger, negatives Verhalten auch bei High­performern nicht zu billigen. Denn durch ihren Status, ihre Leistung und ihre vermeintliche Unersetz­bar­keit sind sie besonders einfluss­reich. So richtet ihr negatives Verhalten besonders grosse Schäden im Team an. Werden sie nicht geführt oder korrigiert, setzt das ein schädliches Signal für das ganze Team. Auch bei High­performern dürfen keine Ausnahmen gemacht werden.

So führen Sie schwierige Mitarbei­tende erfolgreich

Egal ob High­performer, Durchschnitts­mitarbeitende oder Low­performer: Sie müssen gegen jeden «faulen Apfel» vorgehen. Vermeiden Sie, in die Harmonie-Falle zu tappen. Toxische Personen werden damit nicht von allein aufhören.

  1. Sprechen Sie es in einem Vier-Augen-Gespräch frühzeitig an. Vermeiden Sie Vorwürfe und sprechen Sie offen an, was Sie wahrnehmen. Stellen Sie offene Fragen, um zu verstehen, was alles geschieht.
  2. Bieten Sie dem Mitarbeitenden an, produktiver Teil des Teams zu werden. Fordern Sie sein klares Commit­ment dazu ein.
  3. Nun gilt es, dies konsequent durchzusetzen. Sie haben entschieden – das gilt.
  4. Bei erneutem toxischen Verhalten müssen Konsequenzen folgen. Denn nur so bleiben Sie glaub­würdig. Ermahnen Sie klar, welche Verhaltens­regeln gelten.
  5. Führt auch dies nicht zum Erfolg, müssen Sie konsequent handeln. Setzen Sie die disziplinarischen Mass­nahmen sorg­fältig um.

«Wer toxische Mitarbei­tende toleriert, zerstört die Unternehmens­kultur und damit seinen Geschäfts­erfolg.»

Meine Erfahrung zeigt, dass bei toxischen Mitarbei­tenden in den meisten Organisa­tionen zu oft zu lange zuge­wartet wird. Wird ihr Verhalten nicht früh­zeitig angegangen, breitet sich der Schaden still und stetig aus. Wer früh­zeitig konsequent handelt, schützt Motivation, Team­leistung und Betriebs­klima.

Welche Verhaltensweisen hemmen aktuell die Motiva­tion in Ihrem Team? Welches Potenzial wird nicht ausgeschöpft, weil Leistung blockiert wird? Welche Heraus­forde­rungen gilt es zu meistern, um Ihre Mitarbei­tenden wieder auf ein Top-Level zu bringen?

Quelle: Artikel auch erschienen auf it-markt.ch, Bild: Impermanent/pixabay

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