Viele Unternehmen bringen nur eine eher schwache Performance hin, wenn man ihr tatsächliches Potenzial betrachtet. Dies, weil sie weitaus mehr Ressourcen für interne Prozesse anstatt für direkten Kundennutzen brauchen. In anderen Worten: Mitarbeiter machen häufig nicht das, was die Kunden, und damit das eigene Unternehmen, weiterbringen würde. Und im derzeitigen grossem Wandel wird dies keinesfalls besser – ganz im Gegenteil.

Entsprechend gibt es in jedem Unternehmen, in jedem Team, in jeder Aufgabe Aspekte, die überflüssig sind. Sie dienen der Zielerreichung nicht und fressen kostbare Ressourcen. Aufgaben mit minimalem Aufwand und optimalem Ertrag zu erledigen, ist eine der Hauptaufgaben einer unter­nehmerisch denkenden Führungskraft. So kann ein Unter­nehmen im immer härteren Wettbewerbs­umfeld bestehen.

Systemisch gesehen ist dies ein Abbild des Zustandes der oberen Führungs­ebene. Heisst im Klartext: Intensiver mit sich und den Mitarbeitern zusammen zu wirken, ist dringend notwendig. Das brachliegende Potenzial zu nutzen, klappt nur mit konsequentem Umdenken. Es braucht einen „U-Turn“, eine regelrechte Kehrtwendung. Zum Umdenken könnte der Schwarmeffekt genutzt werden.

Der Schwarmeffekt

Der Begriff Schwarmeffekt ist eine Analogie zum Vogelflug. Zugvögel sammeln sich, wenn die Zeit gekommen ist, für ihren Flug in das Winter­quartier. Die ganze Gruppe macht sich auf und fliegt die oft riesige Strecke gemeinsam. Dabei ist jeweils ein Vogel zuvorderst, der Vorflieger. Die anderen fliegen versetzt hinter ihm. Wird der Vorflieger müde, wechselt er seine Position und ein anderer Vogel über­nimmt seine Position. Würde ein Vogel alleine fliegen, käme er gar nie an – ein einzelner Vogel verbraucht ein Vielfaches an Kraft, wie wenn er im Schwarm fliegt.

Das bedeutet es für die Führungs­arbeit

  • Jedes Mitglied eines Teams weiss, wohin die Reise geht und was zu tun ist.
  • Keiner schert aus oder bleibt zurück.
  • Jedes beliebige Mitglied übernimmt situativ den Lead, wenn es ihn gerade braucht.
  • Das Team schaut gut zu sich, im Bestreben, gute Leistung zu erbringen.

Von aussen betrachtet hat das Team keinen Chef, der ihm sagt, was zu tun ist. Niemand spielt den Chef. In meiner Arbeit als Coach höre ich nur allzu oft, dass die Arbeit einfach von der Hand geht, wenn der Chef in den Ferien oder im Ausland weilt. Ein Armutszeugnis für die Führung.

Wir gehen also davon aus, dass die Mitarbeiter in der Regel wissen, um was es geht und wie man eine Aufgabe eigenverantwortlich anpackt. Und dies ist mit echter Befähigung („empower­ment“) gemeint. Das lässt sich nicht anordnen. Eine solches Zusammen­arbeits­verständnis ist Teil der Führungskultur von modernen, zukunfts­gerichteten Unternehmen.

Den Schwarmeffekt in ver­schiedensten Business­bereichen nutzen

Der Schwarmeffekt kann relative einfach im Alltag nutzen werden. Folgende Beispiele veran­schaulichen das Potenzial:

  • Meetings eignen sich gut zum Inkubieren des Schwarmeffektes. Dies geht von der Vor­bereitung, zur Moderation, zur Entschei­dungs­findung und zum Entscheiden bis hin zur Umsetzung und Navigation der zu erreichenden Fortschritte.
  • Bei der Entwicklung neuer Produkte oder Dienst­leistungen
  • Bei der Verbesserung von Prozessen, Hilfs­mitteln, Tools und so weiter
  • Bei der Kundengewinnung und Kunden­betreuung
  • Bei Innovationsthemen – anstelle eines schwerfälligen betrieblichen Vorschlags­wesens
  • Bei der Rekrutierung und der Einarbeitung von neuen Mitarbeitern
  • Bei der Zielvereinbarung, Ziel­ver­folgung und Zielüberprüfung
  • Bei Fragen zur Erhöhung des Salärs, von Preisen und so weiter

Konkret könnte es sich lohnen, bei jeder gestellten Aufgabe zu reflek­tieren: Könnten wir dies nicht im Schwarm lösen? Was wäre der Vorteil, der Nutzen? Was würde sich dies auf die Motivation der Mitarbeiter auswirken? Kleine Ursache – grosse Wirkung!

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