Selbsterfüllende Prophezeiung: Wie Sie Leben und Leadership ruinieren könnten

Ihre Überzeugungen schaffen Ihre Realität. Dies nicht ausreichend beachtet, könnten Sie so Ihr Lebens­glück und Ihr Leadership ruinieren. Wir zeigen Ihnen aus unserer Coaching­praxis, was Sie bei diesem Thema in der Führung beachten müssen, damit Sie sich nicht selbst in die Irre führen.

Eine selbst­erfüllende Prophezeiung ist eine Annahme über die Zukunft, die das eigene Handeln unbewusst dermassen beeinflusst, dass die Vorher­sage letztlich auch so eintritt. Dieses Muster sieht man nicht nur in Erzählungen, sondern auch in der Führung. Die allermeisten Führungs­kräfte sind sich nicht bewusst, wie sie mit selbst­erfüllenden Prophezeiungen das eigene Lebens­glück und den eigenen Führungs­erfolg steuern können.

«Ihre Glaubensätze kreieren Ihre Realität.»

Wie die selbst­erfüllende Prophezeiung Ihr Leben bestimmt

Das seit über hundert Jahren bekannte Phänomen ist schon lange umfassend wissenschaft­lich erforscht. Das Gesetz der selbst­erfüllenden Prophezeiung ist das Gesetz der Anziehung. Denn jeder Mensch hat das Bedürfnis nach Harmonie mit sich selbst und strebt deshalb unbewusst danach, den Zustand zu erreichen, an den er oder sie glaubt.

Auch der Placebo-Effekt zeigt die selbst­erfüllende Prophezeiung: Nur schon der Glaube daran, dass eine Tablette helfen wird, gesund zu werden, reicht aus, um den körper­eigenen Heilungs­prozess anzustossen. Der Glaube an die Wirkung ist der einzige Wirk­stoff.

Das Gesetz der selbst­erfüllendem Prophezeiung zeigt sich in den 3 Lebensweisheiten:
1. Was wir erwarten, wird so passieren.
2. Was wir fürchten, ziehen wir an.
3. Was wir bekämpfen, vermehrt sich.

Die Top 5 Klassiker der selbst­erfüllenden Prophezeiungen in der Führung

Die selbst­erfüllende Prophezeiung zeigt die Macht der inneren Bilder. Deshalb ist das wohl wichtigste Menschen­bild, das wir in uns haben, das Bild von uns selbst. In unseren Führungs­coachings sehen wir die fünf Klassiker der selbst­erfüllenden Prophezeiungen täglich.

1. Mitarbeitende kontrollieren müssen

Sie sind davon überzeugt, dass Ihre Mitarbei­tenden unzuver­lässig sein und fehler­haft arbeiten. Also schauen Sie genauer hin – und dann findet man eben auch Fehler. Das Vorher­gesagte tritt ein. Sie haben es ja gewusst. Es entsteht eine Fehler­kultur, welche die Mitarbei­tenden verunsichert. Und dies führt wiederum zu noch mehr Fehlern – ein Teufels­kreis.

2. Schwierige Mitarbei­tende nicht ändern können

Sie glauben, dass Sie Ihre problema­tischen Mitarbei­tenden sowieso nicht ändern können. Also meiden Sie schwierige Gespräche und hängen die Führung de facto an den Nagel. Das wiederum führt dazu, dass diese Mitarbei­tenden das Arbeits­klima immer weiter vergiften. Und die Negativ­spirale dreht immer weiter.

3. Schwieriger werdende Markt­verhältnisse

Sie glauben, dass der Markt immer schwieriger wird und der Preis­druck immer höher. Das werden Sie auch auf Ihre Mitarbei­tenden und Kunden aus­strahlen. Das führt dazu, dass Sie es tatsäch­lich immer schwerer haben werden, zu verkaufen und die Preise halten zu können.

4. Lampenfieber vor grossen Reden

Sie sind davon überzeugt, dass Sie vor grossem Publikum einfach kein guter Redner beziehungs­weise keine gute Rednerin sind. Wenn Sie sich das einreden, werden Sie sich noch unsicherer fühlen. Sie werden nervös, sprechen infolge­dessen undeutlich, machen Fehler und vergessen die Hälfte Ihrer Rede. Und siehe da: Sie sind tatsäch­lich kein guter Redner, wenn Sie sich das einreden.

5. Versagensangst als Führungs­kraft

Sie glauben, dass Sie als Führungs­kraft versagen und die Mitarbeiter­zufrieden­heit sowie den wirtschaft­lichen Erfolg nicht ausreichend steigern können. Das werden Sie auch auf Ihre Mitarbei­tenden und Ihre Kunden ausstrahlen. Das wiederum führt dazu, dass Sie es als Leader tatsächlich immer schwerer haben werden mit den Mitarbei­tenden wie auch mit bestehenden und potenziellen Kunden. So streuen Sie sich selbst immer mehr Sand ins Getriebe.

So nutzen und leben Sie selbst­erfüllende Prophezeiungen richtig

Halten Sie sich stets vor Augen, dass Ihre Glaubens­sätze (Überzeugungen, Annahmen, Erwartungen) Ihre Wahr­nehmung prägen, Ihr Verhalten verändern und letztlich Ihre Realität erzeugen. Nutzen Sie selbst­erfüllende Prophezeiungen richtig: für Positivität und Zuver­sicht. So steigern Sie Ihr Lebens­glück und Ihren Führungs­erfolg.

Wo und wann ertappen Sie sich mit selbst­erfüllenden Prophezeiungen? Was sind Ihre grössten inneren Hürden? Welche Heraus­forde­rungen haben Sie und Ihre Führungs­kräfte?

Quelle: Artikel auch erschienen auf it-markt.ch, Bild: Freepik/freepik

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